Zum Baustart des Schumacher-Quartiers: TXL-Gelände hat das Potenzial für mehr Wohnungsbau
Auf dem ehemaligen Flughafengelände Tegel soll zwischen Kurt-Schumacher-Platz und der zukünftigen Urban Tech Republic ein neues Zuhause für mehr als 10.000 Menschen entstehen. Am 3. September ist der Startschuss für den Bau des Schumacher-Quartiers gefallen.
Das Kurt-Schumacher-Quartier ist ein zentraler Baustein, wenn es darum geht, die Wohnungsbauziele zu erreichen und das Angebot an bezahlbaren Wohnungen zu erhöhen. Deshalb ist es gut, dass endlich mit der Umsetzung begonnen wird. Dennoch bietet das TXl-Gelände das Potenzial für einen deutlich umfänglicheren Wohnungsbau, als er bisher geplant ist. Die ganze Stadt diskutiert über die Zukunft des Tempelhofer Feldes und vergisst dabei, dass auch in Tegel weitere Wohneinheiten geschaffen werden könnten. Insbesondere bedauere ich, dass die Genossenschaften erst jetzt eine Beteiligungsperspektive bekommen haben, obwohl sie neben den landeseigenen Wohnungsunternehmen die zentralen Akteure des gemeinwohlorientierten Wohnungsbaus sind.
Bereits 2022 hat das Bündnis junger Genossenschaften (BjG) die Konzeptstudie “Coop-City Tegel” vorgestellt. Danach könnten die Genossenschaften auf dem Schumacher-Quartier bereits jetzt 1.000 dauerhaft bezahlbare genossenschaftliche Mietwohnungen umsetzen, und damit einen wichtigen Beitrag zur sozial nachhaltigen Entwicklung des neuen Stadtteils leisten. “Die jungen Genossenschaften stehen bereit, sich an der Verwirklichung dieses Zukunftsprojekts zu beteiligen”, erklärte auch Andreas Barz der Ko-Sprecher der jungen Genossenschaften. Das Engagement der Genossenschaften würde wichtige Kapazitäten freisetzen, die für die Realisierung weiterer Wohnungen auf dem Gelände“ sorgen. Dafür sind verträgliche Optionen zur Verdichtung in bereits geplanten Wohngebieten und Nachverdichtung in angrenzenden Arealen zu prüfen. Konkret könnten auf den angrenzenden Flächen in Tegel-Nord weitere 2.500 Wohnungen errichtet werden. Auch bietet eine Umnutzung der bisherigen Ausgleichsflächen das Potenzial für eine deutlich höhere Zahl an Wohnungen.